In dieser neuen Phase bekräftigt das Projekt sein Engagement für qualitativ hochwertige technische Beratung, in Partnerschaft mit Vorreiter*innen und mit Unterstützung verschiedener Unternehmen der Branche. Foto: Solidardad Network
Das Projekt “Fruto Resiliente”, ein Meilenstein für Nachhaltigkeit in der brasilianischen Zitrusproduktion und -lieferkette, stellt sich für den nächsten Dreijahreszyklus (2026 bis 2028) neuen Herausforderungen. Die 2019 von Solidaridad ins Leben gerufene Initiative setzt ihr Engagement fort, arbeitet mit Vorreiter*innen der Branche zusammen und wird von verschiedenen Unternehmen dabei unterstützt, zugängliche, qualitativ hochwertige technische Beratung anzubieten. Bestehende Partnerorganisationen haben ihr Engagement für Nachhaltigkeit erneuert, darunter ADM, The Coca-Cola Company und innocent drinks sowie weitere unterstützende Organisationen. Neu dazu kommen Givaudan, ein weltweit führendes Unternehmen der Duft- und Aromenindustrie, sowie die Sustainable Juice Platform, eine Initiative, die Unternehmen der gesamten Fruchtsaft-Wertschöpfungskette zur Förderung nachhaltiger Praktiken zusammenbringt.
Das Projekt „Fruto Resiliente“ leistet mit seinem Schwerpunkt auf Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Pionierarbeit. Es handelt sich um eine branchenweite Zusammenarbeit, die darauf abzielt, die Verbesserung von Praktiken zu unterstützen und so einen sichereren, nachhaltigeren und fairen Zitrussektor zu fördern. Die neue Phase zielt darauf ab, den Zusammenhalt der Branche zu stärken, um Produzent*innen vorzubereiten, den steigenden Anforderungen des Marktes durch qualitativ hochwertige Produktion sowie ökologische und soziale Verantwortung gerecht zu werden.
Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal des Projekts ist sein vorwettbewerblicher Charakter, und es gibt weiterhin Möglichkeiten für den Beitritt neuer Unternehmen. Zitrusbäuer*innen erhalten Unterstützung, unabhängig davon, welcher Lieferkette sie angehören. Dies ermöglicht es verschiedenen Partnerorganisationen, in Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit zu investieren und somit den gesamten Sektor positiv zu beeinflussen. Durch ein bewährtes Modell der technischen Beratung hat das Projekt bereits rund 600 Bäuer*innen in allen Regionen des brasilianischen Zitrusgürtels dabei unterstützt, höhere Standards und nachhaltigere Praktiken zu erreichen.
Im ersten Zyklus von Fruto Resiliente konnte die Bedeutung einer kontinuierlichen technischen Beratung für die Verbesserung der Praktiken auf dem Feld aufgezeigt werden, insbesondere für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Darüber hinaus hat das Projekt soziale Anliegen der Landarbeiter*innen direkt unterstützt und den Sektor insgesamt näher zusammengebracht. Ab 2026 erweitern wir diesen Ansatz, indem wir strategische Themen für die Zukunft des Zitrusanbaus, wie beispielsweise regenerative Landwirtschaft, einbeziehen und Herausforderungen wie die Beschäftigung von Leiharbeiterinnen angehen, die für die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit des Sektors von zentraler Bedeutung sind.
Guilherme Ortega, Manager des Projekts „Fruto Resiliente“ bei Solidaridad
Das Projekt hat bereits rund 600 Landwirt*innen unterstützt und sie dabei begleitet, ihre Standards zu verbessern und nachhaltigere Praktiken einzuführen. Foto: Solidardad Network
Um die schwierigen Arbeitsbedingungen zu verbessern, arbeitet das Projekt mit Unternehmen zusammen, die Leiharbeitskräfte für die Ernte einsetzen. Es unterstützt diese Unternehmen nicht nur bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern auch bei der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Betriebs- und Managementprozesse. Die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitskräften gehören zu den größten Engpässen der Branche, weshalb die Strategie gezielt darauf ausgerichtet ist, auch diese Gruppe zu unterstützen. Dieser Ansatz basiert auf den guten Erfahrungen von Solidaridad aus dem Projekt „Trabalho Decente“ (Menschenwürdige Arbeit) in der Zuckerrohrlieferkette. Dort wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass Unternehmen die Notwendigkeit einer regulären Beschäftigung von Saisonarbeitskräften verstehen. Die Gewährleistung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in den Betrieben und die Förderung der langfristigen Beteiligung und Einbindung der Landwirt*innen tragen zu widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Wertschöpfungsketten bei.
Im Hinblick auf Praktiken der regenerativen Landwirtschaft greift die Initiative auf die fachliche Expertise des Zitrusforschungszentrums Sylvio Moreira (IAC) zurück, das die Einrichtung von Demo-Plots zur Verbreitung innovativer landwirtschaftlicher Praktiken koordiniert.
Mit „Fruto Resiliente“ erhielten fast 60 % der Zitrusproduzent*innen zum ersten Mal eine spezialisierte technische Beratung. Foto: Solidaridad Network
Vertrauen und bedeutende Fortschritte
Die Ergebnisse der ersten Phase zeigten eine starke ökologische und soziale Wirkung, indem Verbesserungen der Produktionseffizienz und eine Optimierung des Ressourceneinsatzes, insbesondere von Wasser und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, gefördert wurden. Zudem gab es bedeutende Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen, darunter sicherere Arbeitsumgebungen, formelle Arbeitsverträge für festangestellte Arbeitskräfte in den Betrieben und der sachgerechte Einsatz von Schutzausrüstung bei der Anwendung von Agrochemikalien.
Im Laufe der vergangenen sechs Jahre des Projekts profitierten bereits mehr als 4.000 Arbeiter*innen direkt oder indirekt. Es wurden mehr als 6.000 technische Besuche durchgeführt, fast 5.000 Best Practices umgesetzt und für rund 65 % der Landwirt*innen ein höheres Nachhaltigkeitsniveau erreicht. Darüber hinaus erhielten 58 % der Zitrusproduzent*innen zum ersten Mal überhaupt spezialisierte technische Unterstützung. Infolgedessen berichteten sie von größerem Vertrauen in die Bewirtschaftung ihrer Betriebe und fühlten sich stärker in den Sektor integriert.
Interesse an „Fruto Resiliente“?
Ausführliche Details zum Projekt finden Sie auf der Projektseite. Für persönliche Einblicke, Ergebnisse und Kooperationsmöglichkeiten steht das Team gerne für ein Gespräch zur Verfügung.
Guilherme Ortega
Programmmanager / Program Manager
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