Grundlegende Informationen zum Projekt
- Ort: Nördliches und zentrales Hochland von Nicaragua
- Laufzeit: April 2024 bis März 2026
- Teilnehmende: 154 Teilnehmende aus 5 Kooperativen (Nueva Waslala, CACAONICA, Flor de Dalia, Ríos de Agua Viva, and PACSA)
- Förderung: Die damit verbundenen Aktivitäten Solidaridads werden durch das niederländische Außenministerium in “Pathways to Prosperity” finanziert.
Kakao aus Nicaragua
Kakao aus Nicaragua wird wegen seines besonderen Charakters weltweit geschätzt. Der Anbau der länglichen Frucht hat großes Potenzial, die ländliche Entwicklung zu fördern – jedoch nur dann, wenn Kleinbäuer*innen klimaresilient arbeiten und mit angemessenen Preisen entlohnt werden. Ritter ist in Nicaragua seit mehr als 35 Jahren sehr aktiv und betreibt seit fast 15 Jahren eine eigene Kakaofarm („El Cacao“) im Südosten des Landes. Ritter arbeitet seit vielen Jahrzehnten mit Kooperativen wie CACAONICA zusammen. Ein wesentlicher Teil des Engagements im Kakaobezug des Unternehmens besteht in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Kleinbäuer*innen, die den Kakao in sogenannten Agroforstsystemen anbauen, also in Mischkulturen mit anderen Bäumen (wie Bananenstauden oder speziellen Schattenbäumen).
Level up: Pflanzenkohle als CO2-Speicher
Landwirtschaft lebt vom Boden, auf dem sie stattfindet. Je nach Region handelt es sich bei den Böden um natürliche Ökosysteme, die seit Tausenden Jahren bestehen. Ritter hat den Wert des Bodens erkannt und 2024 gemeinsam mit Solidaridad begonnen, die möglichen Vorteile des Einsatzes von Pflanzenkohle entlang ihrer eigenen Lieferkette im Rahmen eines Projektes zu testen. Durch die handwerklich, nicht-industriell vor Ort produzierte Pflanzenkohle – gewonnen aus Kakaoreststoffen wie Schalen und Schnittgut – sollen nicht nur Treibhausgasemissionen durch Verrottung vermieden, sondern aktiv Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherkapazität gesteigert werden. Zudem erprobt Solidaridad das Potenzial zur Reduzierung von Cadmium im Boden sowie die Möglichkeit, zusätzliche Einkommensquellen durch den Verkauf von Emissionsminderungszertifikaten (CRUs) für Kleinbäuer*innen erprobt werden.
Indem Ritter die organisatorische Anbindung und Solidaridad die technische Expertise zur Messung von Ertragssteigerungen und Kohlenstoffbindung einbringen, verwandelt das Projekt landwirtschaftliche Abfallströme in eine regenerative Ressource. Nun gilt es, mit der nötigen Infrastruktur aus dem Projektcharakter eine praktizierbare Umsetzung für Kleinbäuer*innen zu schaffen.
“Im Laufe der Zeit verliert der Boden organische Substanz, aber durch Schulungen haben wir die Qualität des Bodens wieder verbessert – und sogar noch mehr durch die Pflanzenkohle, die Ritter mit dem Projekt zu uns gebracht hat.”
Antonio Aráuz, Spitzname “Don Toñito”, Kakaobauer aus Nicaragua