
Grundlegende Informationen zum Projekt
- Ort: Nördliches und zentrales Hochland von Nicaragua
- Laufzeit: April 2024 bis März 2026
- Teilnehmende: 16 Kakaokooperativen (Flor de Dalia, Ríos de Agua Viva, Cacaonica, …), insgesamt 5.000 Teilnehmende
- Förderung: Das Projekt wird im Rahmen des Projekts “Pathways to Prosperity” durch das niederländische Außenministerium finanziert.


Kakao aus Nicaragua
Kakao aus Nicaragua wird wegen seines besonderen Charakters weltweit geschätzt. Der Anbau der länglichen Frucht hat großes Potenzial, die ländliche Entwicklung zu fördern – jedoch nur dann, wenn Kleinbäuer*innen klimaresilient arbeiten und durch mit fairen Preisen entlohnt werden. Ritter Sport ist in Nicaragua sehr aktiv, das Unternehmen hat sogar eine eigene große Kakaofarm („El Cacao“). Doch deren Produktion allein reicht nicht aus, um den Bedarf des Schokoladenherstellers zu decken. Daher arbeitet Ritter Sport auch mit Kooperativen wie CACAONICA zusammen. Ein wesentlicher Teil des nachhaltigen Beschaffungsprogramms des Unternehmens besteht darin, mit Kleinbäuer*innen zusammenzuarbeiten, die – wie viele Kleinbäuer*innen in Nicaragua – den Kakao in sogenannten Agroforstsystemen anbauen, also im Schatten von anderen Bäumen (wie Bananenstauden oder speziellen Schattenbäumen).
Level up: Pflanzenkohle als CO2-Speicher
Landwirtschaft lebt vom Boden, auf dem sie stattfindet. Je nach Region handelt es sich bei den Böden um natürliche Ökosysteme, die seit Tausenden Jahren bestehen. Ritter Sport hat den Wert des Bodens erkannt und sich 2024 an Solidaridad gewandt, um gemeinsam die möglichen Vorteile des Einsatzes von Pflanzenkohle entlang ihrer eigenen Lieferkette zu testen. Durch die handwerklich, nicht-industriell vor Ort produzierte Pflanzenkohle – gewonnen aus Kakaoreststoffen wie Schalen und Schnittgut – sollen nicht nur Treibhausgasemissionen durch Verrottung vermieden, sondern aktiv Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherkapazität gesteigert werden. Zudem soll das Potenzial zur Reduzierung von Cadmium im Boden sowie die Möglichkeit, zusätzliche Einkommensquellen durch den Verkauf von Emissionsminderungszertifikaten (CRUs) für Kleinbäuer*innen erprobt werden.
Indem Ritter Sport die organisatorische Anbindung und Solidaridad die technische Expertise zur Messung von Ertragssteigerungen und Kohlenstoffbindung einbringen, verwandelt das Projekt landwirtschaftliche Abfallströme in eine regenerative Ressource, die die Zukunftsfähigkeit der Kakaolandschaften in Regionen wie Waslala und Matagalpa sichert.

“Im Laufe der Zeit verliert der Boden organische Substanz, aber durch Schulungen haben wir die Qualität des Bodens wieder verbessert – und sogar noch mehr durch die Pflanzenkohle, die Ritter Sport mit dem Projekt zu uns gebracht hat.”
Antonio Aráuz, Spitzname “Don Toñito”, Kakaobauer aus Nicaragua

