Für viele Kakaobäuer*innen im Westen von Côte d’Ivoire ist finanzielle Unabhängigkeit nach wie vor ein fernes Ziel. Die meisten Familien in diesen Regionen sind ausschließlich vom Kakaoanbau abhängig, wodurch ihr Einkommen starken saisonalen Schwankungen unterliegt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Solidaridad Westafrika mit Unterstützung der Albrecht & Dill GmbH vor Ort Spargruppen, sogenannte Village Savings and Loan Associations (VSLA), gegründet.
Dass sich unsere Weltwirtschaft zum Besseren ändern muss, darin sind sich viele einig. Über das WIE wird bekanntlich noch gestritten. Solidaridad Europa hat das WIE nun für sich definiert – in Form unserer neuen europäischen Strategie 2026–2030 mit dem Titel: „Sustainable supply chains, thriving farmers“.
Trotz historisch hoher Weltmarktpreise bleibt der Großteil der Kakaobäuer*innen in Armut gefangen. Der heute veröffentlichte Bericht Kakao-Barometer 2025 zeigt: Der globale Kakaosektor steckt in einer paradoxen Situation zwischen Hoffnung und Krise. Während der Preis für Kakao auf nie dagewesene Höhen steigt, profitieren die Produzent*innen kaum. Armut, Kinderarbeit und Abholzung bleiben zentrale Probleme – doch es gibt auch Zeichen des Fortschritts.
Baumwolle gilt als einer der wichtigsten Rohstoffe der Modeindustrie – und könnte, nachhaltig angebaut, das Leben von Millionen Kleinbäuer*innen verbessern. Doch die Cotton Rankings 2025 von Solidaridad und Good On You zeigen ein anderes Bild: Statt in faire und umweltfreundliche Baumwolle zu investieren, setzt die Branche weiterhin auf billige Kunststofffasern und intransparente Lieferketten.
Unternehmen mit ehrgeizigen Klimazielen und Net-Zero-Verpflichtungen stehen zunehmend unter Druck, ihre Scope 3-Emissionen transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren. Gerade in landwirtschaftlich geprägten Lieferketten wie bei Kaffee oder Kakao fehlen oft belastbare Daten, etwa zur Kohlenstoffspeicherung im Boden. Dabei entscheidet genau dieses Wissen darüber, wie wirksam Maßnahmen zum Klimaschutz in der Lieferkette wirklich sind. Gemeinsam mit der Cool Farm hat Solidaridad deshalb das neue SOC-Modell (Soil Organic Carbon) für mehrjährige Kulturen getestet. Es zeigt, wie sich Boden-Kohlenstoff in Dauerkulturen wie Kaffee oder Kakao realistisch modellieren lässt – und wie Unternehmen so glaubwürdige Klimamaßnahmen umsetzen können.
Der intensive Einsatz von Agrarchemikalien, die Ausweitung von Monokulturen, mangelhafte Wasserwirtschaft sowie die Umwandlung natürlicher Flächen in Ackerland zählen zu den Hauptursachen dafür, dass die Landwirtschaft weltweit maßgeblich zum Verlust der Biodiversität beiträgt. Auch der Baumwollanbau spielt hierbei eine Rolle – er beansprucht rund 2,5 % der globalen Ackerfläche. Gerade Kleinbäuer*innen, die über 70 % der weltweiten Baumwolle produzieren (Solidaridad, 2023), könnten jedoch entscheidend zur Bewahrung und Wiederherstellung biologischer Vielfalt beitragen. Cotton and Biodiversity, ein Bericht von Solidaridad und Organic Cotton Accelerator (OCA) zeigt, was es dafür braucht.