Unsere neue Solidaridad-Strategie 2026–2030

Dass sich unsere Weltwirtschaft zum Besseren ändern muss, darin sind sich viele einig. Über das WIE wird bekanntlich noch gestritten. Solidaridad Europa hat das WIE nun für sich definiert – in Form unserer neuen europäischen Strategie 2026–2030 mit dem Titel: „Sustainable supply chains, thriving farmers“.

Strategie Solidaridad 2026-2030

Die stillen Held*innen unserer Lieferketten

In Deutschland konsumieren wir täglich Produkte wie Kaffee, Kakao oder Baumwolle. Millionen Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen weltweit stellen diese Güter her.  Diese Menschen füllen nicht nur unsere Supermarktregale; sie sind die entscheidenden Akteur*innen für den Schutz von Boden, Wasser und Artenvielfalt.

Trotz dieser wichtigen Rolle stehen viele von ihnen unter immensem Druck. Die Preise, die sie erhalten, reichen oft nicht zum Leben. Ausbeutung und fehlende Zukunftsperspektiven sind die Folge. Gleichzeitig spüren sie die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark, ohne die Mittel zu haben, sich daran anzupassen. Genau hier setzt unsere neue Strategie an: Wir wollen, dass Menschen am Anfang der Lieferkette nicht nur überleben können, sondern echte Chancen für ein gutes Leben haben.

Unsere Vision & Mission für 2030

Unsere Vision: Eine Weltwirtschaft, die für alle funktioniert – in der Produktion und Konsum nachhaltig sind und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen gesichert werden. 

Unsere Mission: Wir unterstützen Erzeuger*innen dabei, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen, selbstbestimmt handeln zu können und im Einklang mit der Natur zu produzieren.

Die Theorie des Wandels von Solidaridad
Theory of Change: So wollen wir Wandel erreichen

Solidaridad Europa als Brückenbauer und Innovationstreiber

Wir arbeiten mit Unternehmen, Behörden und vielen weiteren Partnern zusammen – von zivilgesellschaftlichen Organisationen bis hin zu Investor*innen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam wollen wir die globalen Märkte gerechter und nachhaltiger gestalten.

Unsere Strategie für die Jahre 2026–2030 definiert Solidaridad Europa als treibende Kraft hinter diesem Prozess. Dafür setzen wir auf:

  • Direkte Zusammenarbeit mit Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen
    Solidaridad ist in über 40 Ländern aktiv. In unseren Länderbüros im Globalen Süden arbeiten wir direkt mit Kleinbäuerinnen und Arbeiterinnen zusammen, um ihre Produktionsbedingungen zu verbessern, ihr Einkommen zu verbessern und die Umwelt zu schützen. Wir vermitteln Wissen zu nachhaltigen Anbaumethoden, stärken lokale Organisationen und Kooperativen, erleichtern den Zugang zu Finanzierung und unterstützen beim Erfüllen von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards. Außerdem fördern wir starke, handlungsfähige Gemeinschaften, damit Produzent*innen ihre Rechte kennen und durchsetzen können.
  • Zugang zu Finanzmitteln und Technologien für Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen
    Damit nachhaltige Produktion überhaupt möglich wird, brauchen Kleinproduzent*innen vor allem eines: bezahlbare und verlässliche Werkzeuge, Saatgut und Finanzierung. Doch genau diese Ressourcen sind vielerorts schwer zugänglich. Wenn lokale Angebote fehlen oder unzureichend sind, agieren wir als Vermittler zwischen europäischen Dienstleister*innen und Investor*innen. Gemeinsam schaffen wir Wege, damit Bäuer*innen moderne Technologien nutzen und finanzieren können – von nachhaltigeren Anbaumethoden, über hochwertiges Saatgut bis hin zu naturbasierten Lösungen wie Agroforstsystemen.
  • Faire Regeln, die Kleinbäuer*innen schützen und stärken
    Gesetze und Standards formen unsere Lieferketten. Doch die Menschen am Anfang dieser Ketten werden bei diesen Entscheidungen kaum gehört. Solidaridad setzt sich dafür ein, dass ihre Perspektiven in politische Prozesse einfließen. Unsere Erfahrung aus den Produktionsländern zeigt, was vor Ort wirklich gebraucht wird. Wir arbeiten deshalb eng mit politischen Entscheidungsträger*innen zusammen und werben für klare, verbindliche Regeln, die Mensch und Natur schützen. Unser Ziel: faire Rahmenbedingungen für alle.
  • Unterstützung von Unternehmen bei verantwortungsbewusstem Wirtschaften
    Verantwortungsvolles Wirtschaften heißt, Menschen in den Lieferketten fair zu behandeln und langfristige Partnerschaften aufzubauen. Wir unterstützen europäische Unternehmen dabei, faire Preise zu zahlen, nachhaltige Anbaumethoden zu fördern, Transparenz zu schaffen und Produzent*innen direkt mit Käufer*innen zu vernetzen. Schritt für Schritt entsteht so ein globales Handelssystem, das Mensch und Natur respektiert.

Unsere Ziele

Unser Ziel ist ein Wirtschaftssystem, von dem auch Kleinbäuer*innen und Arbeiter*innen im Globalen Süden ökonomisch und sozial profitieren – und zwar auf Basis nachhaltiger Anbau- und Arbeitsmethoden. Wir laden alle dazu ein, diesen Weg mit uns zu gehen!

Melanie Rutten-Sülz, Geschäftsführerin Solidaridad Deutschland

In den kommenden fünf Jahren wollen wir eine der treibenden Kräfte für nachhaltige Lieferketten sein. Wir möchten Unternehmen, Investorinnen, Geldgeber und engagierte Bürgerinnen mobilisieren, damit sie gemeinsam in nachhaltige und faire Lösungen investieren.

Ob Sie als Unternehmen Ihre Scope-3-Emissionen senken wollen, als öffentliche Institution nach skalierbaren Modellen suchen oder als private Spender*in Klimagerechtigkeit stärken möchten – Ihre Unterstützung bringt diesen Wandel voran.

Haben Sie Fragen zu unserer neuen Strategie oder Interesse an einer Zusammenarbeit? Dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.